Kosten der Unterkunft 2018-04-19T14:17:40+00:00

Kosten der Unterkunft

Kosten der Unterkunft und Heizung werden übernommen, soweit sie angemessen sind.

Ob die Kosten angemessen sind, wird beurteilt nach

  1. den individuellen Verhältnissen des Einzelfalles (wie z. B. Zahl der Familienangehörigen),
  2. der vorhandenen Wohnung sowie
  3. der durchschnittlichen Höhe der örtlichen Mieten und den Möglichkeiten des örtlichen Wohnungsmarktes im unteren Preissegment.

Bei einer Mietwohnung zählen die Kaltmiete sowie die Nebenkosten zu den Kosten für die Unterkunft.

Bewohnen Sie ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung, dann gehören zu den Kosten der Unterkunft die damit verbundenen Belastungen (z. B. angemessene Schuldzinsen für Darlehen, Grundsteuer B, Wohngebäudeversicherung, Wasser, Abwasser, Abfall). Tilgungsraten für Darlehen können nicht übernommen werden, da der damit verbundene Vermögensaufbau mit dem Zweck einer Fürsorgeleistung nicht vereinbar ist.

Heizkosten sind anhand des Mietvertrages oder durch Nachweis der monatlichen Abschlagsraten bei Direktzahlung an den Versorger nachzuweisen. Sofern Heizmaterial selbst beschafft wird (z.B. Brennholz), sollte die Kostenübernahme vorab beim Jobcenter beantragt werden.

Die Kosten für die Unterkunft und Heizung sind durch Vorlage von Nachweisen zu belegen. Dies erfolgt durch den Mietvertrag bei einer Mietwohnung oder die jährlichen Nachweise zu den anfallenden Kosten bei Wohneigentum.

Die Berücksichtung der Kosten für Unterkunft und Heizung erfolgt im jeweiligen Monat der Fälligkeit der Kosten. Insbesondere bei Wohneigentum erfolgt keine Durchschnittsberechnung für das Kalenderjahr.

Sofern die Kosten für Unterkunft und Heizung die angemessenen Werte übersteigen, sind Sie zur Kostensenkung verpflichtet. Im Regelfall werden spätestens nach 6 Monaten die Kosten für Unterkunft und Heizung nur noch in angemessener Höhe übernommen. Nur in Einzelfällen kann bei Nachweis anerkennenswerter Gründe eine Übernahme höherer Kosten erfolgen.

Laden Sie sich hier die Weisung des kommunalen Trägers zu den angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung im Rhein-Hunsrück-Kreis herunter.

Neben- und Heizkostenabrechnungen bei Mietwohnungen

In der Regel werden für die Neben- und Heizkosten monatliche Abschläge geleistet. Die jährliche Abrechnung Ihres Vermieters / Versorgers ist dem Jobcenter vorzulegen.

Nachzahlungen können übernommen werden, wenn die tatsächlich entstandenen Kosten angemessen sind, jedoch höher waren als die vom Jobcenter übernommenen Abschläge.

Guthaben mindern die Aufwendungen der Unterkunft und Heizung nach dem Monat der Rückzahlung / Gutschrift. Beachten Sie, dass Sie diese Mittel nicht anderweitig verwenden sollten. Sie sind verpflichtet, dem Jobcenter die Abrechnungen auch vorzulegen, wenn Sie eine Rückzahlung erhalten.

Umzug in eine neue Wohnung

Sie sind verpflichtet, jeden Wohnungswechsel unverzüglich mitzuteilen. Auch der Ein- oder Auszug weiterer Personen in oder aus dem Haushalt ist unverzüglich mitzuteilen.

Vor Abschluss eines neuen Mietvertrages sollten Sie die Zustimmung zum Umzug von Ihrem Jobcenter einholen. Die Zustimmung kann erteilt werden, wenn der Umzug erforderlich und die Kosten für die neue Wohnung angemessen sind. Erfolgt ein Umzug ohne Absprache / Zustimmung, können Ihnen Nachteile entstehen. Zuständig für die Erteilung der Zusicherung ist das Jobcenter am Zuzugsort. Sprechen Sie dort mit einem Mietangebot des neuen Vermieters vor und lassen Sie die Angemessenheit der Kosten für Unterkunft und Heizung prüfen.

Laden Sie sich hier den Vordruck “Mietangebot” herunter.

Lassen Sie sich von Ihrem Jobcenter beraten.

Bedenken Sie:
Eine Wohnung bietet Schutz, Wärme und Geborgenheit.
Der Verlust der Wohnung führt zu Obdachlosigkeit.
Es ist daher wichtig, dass der Wohnraum gesichert ist. Sollte der Verlust der Wohnung drohen, wenden Sie sich frühzeitig an Ihr Jobcenter. Nur so kann eine drohende Obdachlosigkeit gemeinsam verhindert werden.